Es ist so weit: Wir starten unsere ersten Anzuchttests für unsere Luffa Gurken. Dafür haben wir uns Samen von 10 Herstellern aus ganz Deutschland zukommen lassen und testen diese auf ihre Keimqualität. Damit wollen wir sicher gehen, dass wir bei unserem finalen Anbau auch wirklich alles richtig machen. Nach mehreren nicht erfolgreichen Anläufen konnten wir nun einiges dazu lernen, dass generell für das Vorziehen von exotischen Pflanzen zu beachten ist. Es gilt also auch, wenn ihr z.B. Chilli Pflanzen vorziehen möchtet. Dieses Wissen haben wir uns von den verschiedensten Seiten angelesen und möchten es Euch hier nochmal gesammelt zur Verfügung stellen!

Wir haben diese Samen angeclipst, damit sie schneller Feuchtigkeit ziehen können.

Der Zeitpunkt:

Beim Vorziehen ist es essenziell sich zu überlegen, was mit der Jungpflanze geschehen soll, wenn sie zu groß für euren Vorziehkasten ist. Angenommen, ihr beginnt im Februar mit dem Vorziehen eurer Pflanze: Wenn diese dann beispielsweise nach 5 Wochen bereit für das Freiland ist, müsst ihr natürlich noch mit Frostgefahr rechnen. Wenn eure Pflanze diesen nicht überlebt, solltet ihr auf jeden Fall später mit dem Vorziehen anfangen. Das klingt für viele logisch, trotzdem sieht man in vielen Foren, dass Tomaten beispielsweise bereits im Januar auf der Fensterbank vorgezogen werden.

Licht / Temperatur / Feuchtigkeits – Verhältnis:

Bevor ihr eure Pflanzen anzieht, informiert euch über ihre Bedürfnisse. Zieht ihr eine Pflanze bei zu hohen Temperaturen und bei zu wenig Licht zum Beispiel auf der Fensterbank hoch, so wird diese zur Vergeilung neigen.  Unter Vergeilung versteht man, wenn Pflanzen ungewöhnlich schnell in die Höhe schießen, weil sie nach dem Licht „suchen“. Ein Schelm, wer hier etwas Versautes vermutete. Häufig tritt dieses Phänomen bei Tomatenpflanzen auf, weswegen Hobby Gärtner zum Teil mit einem LED-Pflanzenlicht nachhelfen. Hat eine Pflanze nämlich genug Licht, so muss sie nicht nach oben streben. Aber auch beim Vorziehen der Luffa Pflanze, kann dieses Phänomen auftreten. Deshalb kann es bei manchen Pflanzen durchaus Sinn machen, diese einfach kälter zu kultivieren und somit ein Vergeilen zu verhindern. Hier gilt es natürlich die perfekte Balance zwischen Temperatur und Licht zu finden. Denn die Pflanze weiß so instinktiv, dass der Zeitpunkt noch nicht gekommen ist, um voll auszutreiben und wartet damit bis es wieder wärmer ist. Solltet ihr eure Pflanzen unter einem Zimmergewächshaus vorziehen, ist spätestens nach der Keimung der Deckel zu entfernen, um zu hohe Temperaturen zu vermeiden.    

Unsere ersten Luffa Zöglinge sind leider auch vergeilt. Steuert dann unbedingt mit Licht bzw. geringerer Temperatur entgegen.
Die langen Stiele sehen zwar witzig aus, sind aber nicht zum Wohl der Pflanzen.

Keimung:

Es gibt Menschen, die schwören auf die Küchenpapier Taktik: Das Einwickeln der Samen in ein feuchtes Papierstück, das wiederrum in eine Plastiktüte gelegt wird. Dadurch entsteht ein Mini-Gewächshaus Effekt, wenn die Tüte auf die Heizung gelegt wird. Das hat bei uns aber leider gar nicht funktioniert und wir haben uns auf eine andere Taktik verlassen: Das Quellen der Samen im warmen Wasser für 24h vor dem Einbringen in die Aussaaterde. Dieser Trick hilft vor allem, wenn es sich um große Samen mit starker Hülle handelt. Somit kann der Samen bereits Flüssigkeit ziehen und dann später in der Erde leichter aufgehen.

Achtet also in der Jungpflanzenaufzucht auf folgende Faktoren:

Temperatur: Welche Temperatur brauchen Eure Samen, um zu sprießen? Wenn ihr die Temperatur nicht in über die Heizung erreichen könnt, schafft Euch ein Wärmematte an, die ihr unter Euer Gewächshaus legt.

Helligkeit: Bekommen Eure Samen genügend Licht? Helft im Notfall mit einer Pflanzenlampe nach oder stellt eure Pflanzen an einen kälteren und dafür helleren Ort. Entfernt gegebenfalls die verwendete Heizmatte. Denkt immer daran: Zu viel Wärme, bei zu wenig Licht führt zum Vergeilen der Pflanzen.

Die Erde: Verwendet nicht irgendeine Erde, sondern kauft euch spezielle Aussaaterde. Diese gibt es in jedem Baumarkt zu kaufen. Diese enthält besonders wenig bis keinen Dünger und führt dazu, dass die Pflanzen dazu gezwungen sind, ein starkes Wurzelwerk auszubilden. Die fehlenden mineralischen Salze schonen ebenso das Wurzelwerk.

Feuchtigkeit: Haltet das Substrat immer schön feucht, damit der Keim nicht austrocknet. Bei der Luffa Gurke ist ein Austrocknen des Bodens ein schneller Tod für den Keimling. Aber auch hier gilt es das richtige Maß zu finden. Verwöhnt Eure Pflanzen nicht zu sehr, denn sonst sehen sie kein Grund dazu ein kräftiges Wurzelwerk auszubilden.

Das waren erstmal meine bescheidenen Gedanken zur Anzucht von Jungpflanzen. Natürlich ist diese Liste noch lang nicht perfekt, aber vielleicht hilft Sie dir dabei in die richtige Richtung zu recherchieren, wenn du selbst gerade planst deine eigenen Pflanzen vorzuziehen.